
Ein Text über unsere Nikah und die Zeit danach
Mein Mann und ich hatten noch keine ‚Hochzeit‘ bzw. wir haben noch nicht standesamtlich geheiratet. Das kann manchmal ganz schön für Verwirrung sorgen. Speziell für diejenigen, die nicht dieselbe Religion wie wir teilen. Um es kurz zu erklären die Eheschließung im Islam ist die wichtigste Voraussetzung für eine gesegnete & erfolgreiche Beziehung.
Darüber hinaus hat Allâh alle Dinge in Paaren erschaffen. Allâh sagt:
„Und von allem haben Wir ein Paar erschaffen, auf dass ihr bedenken möget.“ (Sûra 51:49)
I created you from one Soul, and from the Soul I created its mate so that you may live in harmony and Love. {7:189}
Ich und mein Mann haben also die Nikah vollzogen. Für alle die nicht wissen was die Nikah ist. Nikah bedeutet soviel wie die Islamische Eheschließung. Die Ehe ist der einzige Ort andem die Trennung von intimen Lebensbereichen von Mann & Frau aufgehoben wird. Die Liebe 2er Liebenden wird durch die Nikah von Allah gesegnet. Dafür wird ein Ehevertrag aufgesetzt alles natürlich aus Islamischer Sicht – wird also vom Staat nicht anerkannt.
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Wir haben einen Hoca organsiert, besser gesagt der Bruder meiner besten Freundin kannte jemanden, der zu meinem Gunsten auch deutsch spricht und die Nikah auf deutsch hält (war mir besonders wichtig). Er kam dann zu meinem Mann nach Hause und haben die Trauung dort vollzogen und nicht in der Moschee.

Am 19. Mai 2019 haben wir unsere Liebe Halal (erlaubt) vor unserem Herrn gemacht. Der schönste Tag in meinem Leben. Momente, die mir keiner nehmen kann. Nachdem wir 3 Mal ja gesagt haben, flossen meine Tränen, in dem Moment war ich sehr dankbar meine Freundin bei mir zu haben. Ich war erleichtert und glücklich. Es war ein langer weg bis dahin und endlich war unsere Liebe richtig vereint. Dazu passt eines meiner Lielingszitate: „a man has done Nothing for you until he Makes you his wife.“
Der hoca der uns traute, hat uns zuvor über die Rechte & Pflichten der Ehefrau und des Ehemannes aufgeklärt. Dafür waren wir beide sehr dankbar, denn das hat uns beide realisieren lassen, was wir hier gerade machen und eingehen werden. Allgemein hat das uns beide beruhigt und die Stimmung wurde lockerer. Am Ende wurde noch ein Bittgebet und El fatiha gesprochen. Danach war die Zeremonie vorbei und der Hoca ging. Wir haben den Nachmittag gemeinsam im Garten verbracht und ich und mein Mann haben unser erstes gemeinsames Gebet verrichtet.
Da wir am Fasten waren,gingen wir am Abend zum Fastenbrechen in die Moschee. Beim Gebet dankte ich Allah, dass er die Liebe zwischen uns gesehen hat und mir einen so wundervollen Ehemann und zudem eine wunderbare neue Familie schenkte.
Ab diesem Tag hat sich alles in unserem Leben verändert – zum positiven. Wir sind uns unseren Pflichten bewusst, aber für uns sind es keine Pflichten sondern ein Segen. Wir bringen uns jeden Tag gemeinsam näher zu unserer Religion, mit jedem Kompliment, mit jedem Lachen, mit jedem Streit und jeder Versöhnung versuchen wir gemeinsam unser Ziel zu erreichen. Wenn man konvertiert ist, fühlt man sich oft mit dem Islam alleine. Man kann nur selten seine Gedanken teilen. Man betet alleine, man fastet alleine. Man fühlt sich einsam. Man versucht den Quran alleine zu lesen. Die Ehe ändert all diese Punkte. Plötzlich bist du an Ramadan nicht mehr alleine. Aufeinmal wirst du nicht von deinem Handywecker zum Fajr geweckt sondern von deinem Ehepartner. Du hast jemand der dir aus dem Quran deine Lieblingsure vorliest wenn es dir schlecht geht. Jemand der dich erinnert bismillah vor dem Essen zu sagen. Alhamdulillah – die Ehe ist etwas sehr schönes. Die Ehe hat uns nochmal neu in einander verlieben lassen – uns neu kennenlernen lassen. Ich kenne niemand der mich so gut kennt wie mein Mann. Er ist mein bester Freund – meine Familie.
Die Verbindung seitdem ist stärker als je zuvor. Wir streiten uns kaum noch. Die richtige Liebe entsteht erst in der Ehe. Ich habe meinen Frieden gefunden und wünsche jedem von euch das Gleiche. Eine Nikah vermehrt das Glück.
Möge Allah all unsere Ehen segnen, Allahumma Amin.
All praise to the most high, who created you, and Then created me for you.

Ein kühler Novembermorgen ist eingebrochen. Draußen ist noch keine Menschenseele. Wenn man ganz still ist hört man, wie die Blätter durch den Wind, vom Baum den Boden hinunterrauschen. In der Wohnung herrscht stille es ist Fajrzeit (Frühgebet). Das einzige was man hören kann, ist das Flüstern einer jungen herangewachsenen Frau. In sich vertieft sitzt sie auf dem Gebetsteppich. Ihre beiden Handflächen zu ihrem Gesicht gerichtet, während sie eine Träne vergießt und leise flüstert, Oh mein Herr, wie perfekt deine Kreation ist. Kein Blatt fällt ohne, dass du es weißt und keine Träne vergießt ohne, dass du es siehst. Nur du kennst das innerste meines Herzen. Und nur du Kennst meine Wünsche. Du spürst meine Reue und siehst meine Gebete. Hoffnungsvoll wende ich mich dir zu, dass du mir gibst, für was mein Herz brennt. Meine tiefsten Wünsche und größten Träume vertraue ich dir an. All das leg ich in deine Hände und vertraue darauf was du mir gibst und was du mir nicht gibst. Denn nur du allein weisst, was am besten für mich ist. Und wenn du es mir nicht gibst, wahrlich, dann hast du besseres für mich. Ich bin dankbar für alles was ich besitze. Alhamdulillah. Du hast mich so reich gemacht. Reich an Glaube, reich an Danbkbarkeit, reich an Selbstliebe, reich an Familie und Liebe. Du hast mir wahrlich gezeigt, den wahren Wert dieses Lebens zu schätzen. Der wahre Wert für dich Leben zu dürfen, dich anbeten zu dürfen. Den wahren Wert eine Muslima zu sein. Jeden Tag wach ich auf dankbar mit der Frage, wie denn, ich darf heute wieder Muslima sein? Ich darf dich heute wieder anbeten? Ich darf heute wieder Dhikr machen und Bittgebete sprechen? Alhamdulillah. Zu oft denken wir nicht an diese Dinge. Wir vergessen, dass dies nicht selbstverständlich ist. Ya Allah you found me and you Guide me. Du hast mich auserwählt eine Muslima zu sein. Du hast mich stark gemacht. Du hast mir die Kraft gegeben, mich für dich zu bedecken. Dank dir hab ich gelernt mich selbst so zu lieben, wie du mich geschaffen hast. Es gab eine Zeit in der ich alles an mir ändern wollte. Ich schaute in den Spiegel, ich war unzufrieden mit mir selbst. Zu oft hab ich mich mit anderen verglichen. Menschen die hübscher, klüger und besser als ich waren, haben mich eingeschüchtert. Ich habe mich klein gefühlt, hab mir immer etwas zum vergleichen gesucht. Es gibt Menschen, die von außen so schön scheinen, so schön wie ein Pfirsich, doch wenn man von ihnen kostet merkt man wie verfault sie von innen sind. Alhamdulillah hältst du mich von dieser Sorte Mensch nun fern. Du hast mich mit Eigenschaften ausgestattet, die mich zu der Person machen, die ich jetzt bin. Du hast mir innere Ruhe geschenkt. Du hast mir Zufriedenheit gegeben. Du hast mir gezeigt, dass das Wahre Glück von keinem anderen abhängig ist als vor mir, denn ich hab mich entschieden, das Glück von dir zu beziehen und wahrlich, diejenigen, die sich für deinen Weg entschieden haben, zählen zu den Gewinnern. Seit dem ich das Tuch trage, fühle ich eine noch engere Verbundenheit zu dir, als je zuvor. Ich spüre, wie du mir jeden Tag den Rücken stärkst. Dank dem Tuch werde ich jeden Tag daran erinnert, für wen ich das mache. Du hast mich mit gewissen Ereignissen geprüft, doch nur um mir zu zeigen, dass du der einzige bist, der mich heilen kann. Egal wen du aus meinen Leben nimmst, ich vertraue dir. Sei es meine Familie oder Freunde, ich habe dir immer vertraut und werde es immer. Damit zeigst du mir nur, auf welche Menschen ich bauen kann und welche nur eine Ruine waren. Du hast mir Menschen genommen, von denen ich dachte ich könnte nicht ohne sie, doch hast mir soviel besseres geschenkt. Du hast all das schlechte entfernt und durch besseres ersetzt. Subhanallah. So viele schlechte Taten und trotzdem erhörst du meine Dua. Wenn ich dich bei mir habe und mein Glück von dir beziehe, kann mich keiner brechen. Keiner kann zerstören was ich durch dich aufgebaut habe. Wenn du etwas für uns bestimmt hast, wird keiner es schaffen, dazwischen zu funken. Zu oft vergessen wir alle, wie gesegnet wir doch sind, dass wir deinen Weg gehen DÜRFEN. Wenn wir das Gebet verrichten, dann nur weil du uns lässt. Wenn wir in die Moschee gehen, dann nur weil du das für uns möchtest. Wenn Freunde uns motivieren oder ermahnen, dann nur weil du es so willst.


