(Nur) Ein Stück Tuch

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Zurzeit bin ich öfter mit einem Kopftuch auf meinen Bildern zu sehen. Viele finden es schön, viele finden es nicht schön & viele sind verwirrt, da sie nicht wissen was ich jetzt vorhabe. Das ist auch gut so. Ich wär schockiert wenn alle es zu 100 Prozent gutheißen würden, was ich da mache. Ich habe mir gedacht ich gebe in einem Blogeintrag die Erklärung dazu ab, um Klarheit zu schaffen.

Ich habe es bereits des öfteren erwähnt, aber für alle die neu auf meinem Blog sind: Ich bin vor einigen Jahren zum Islam konvertiert und bin seit dem eine glückliche Muslimin. Seidtdem hat sich vieles in meinem Leben verändert & auch ich habe mich verändert. Meine Religion hat mir persönlich in meiner Entwicklungsphase geholfen. Ich kann mit Überzeugung sagen, dass ich sie so gut es geht auslebe. Niemand ist perfekt, so bin auch ich es nicht. Aber wir streben alle danach besser zu werden und uns zu verbessern.

Nicht nur der Islam sondern auch meine Freunde & Familie haben viel zu meiner Persönlichkeit beigetragen. Vor ein paar Monaten habe ich social Media für mich entdeckt. Und mit meinen Blogeinträgen und Posts auf Instagram lerne ich immer mehr zu mir zu stehen und mich nicht dafür zu schämen wer ich bin. Ich weiss, dass es dazu Meinungsverschiedenheiten gibt und das nicht von jedem gutgeheißen wird. Doch ich spreche hier von meinen persönlichen Erfahrungen und bitte darum es zu akzeptieren. Ich verlange nicht, dass es verstanden wird. Lediglich eine Akzeptanz für meinen eigenen Prozess erwarte ich mir.

Doch kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema: das Tuch, dass seit kurzem auf meinem Feed auftaucht. Naja ganz überraschend kam es ja nicht, da viele bereits meinen Lifestyle kennen und wussten, dass dieser Tag kommen würde. Jedoch habe ich trotzdem viele Nachrichten dazu erhalten. Über die Nachrichten war ich sehr erfreut. Ich habe Nachrichten von Personen erhalten, von denen ich mir das niemals erwartet hätte und das hat mir eine große Freude bereitet. Viele haben verstanden was ich damit bezwecken will. Ich möchte mich darauf vorbereiten und möchte eine gewisse Normalität schaffen. Ich möchte mich und auch meine Mitmenschen darauf vorbereiten. In letzter Zeit spielt das Kopftuch eine große Rolle in meinem Leben. Ich trage den Wunsch es zu tragen schon eine lange Zeit in mir, es eines Tages tragen zu können.

Wie sehr ich es mir wünsche, wird durch ein Tagebucheintrag deutlich klar den ich vor einem Jahr geschrieben habe & den ich gerne jetzt teilen würde.

„Jeden Abend sehne ich mich danach frei zu sein. Frei sein hat für jeden eine andere Bedeutung. Doch für mich Bedeutet es das lieben zu dürfen, was ich will und das leben zu dürfen so wie ich es möchte & Mich so zu kleiden wie ich es will. Ja vielleicht kann ich all das auch, aber frei sein bedeutet, dass die Menschen dich so leben lassen wie du willst. D.h dich nicht verurteilen, kritisieren oder dich in eine Box stecken und ein Label drauf setzen.

Zurzeit guck ich mich im Spiegel an und ich fühle mich nicht wohl mit meinen engen und kurzen Klamotten. Ich will nicht dass man mich so sieht. Mir ist aufgefallen, egal wo ich bin Zug, Bus oder auf der Straße Blicke treffen mich. Verurteilende, neidische, kritisierende, neugierige & Notgeile Blicke. Alles Blicke die man auf sich zieht, wenn man draußen ist. Ganz gleich was man anhat muss ich hinzufügen.

Das Tiefste Geheimnis meines Herzen ist es Hijab zu tragen. Doch zu groß ist meine Angst mein Leben derart zu ändern. Niemand in meinem Umfeld wird es verstehen. Ich möchte nicht alleine gelassen werden von Freunden & Familie. Ya Allah ich vertraue dir und bitte dich mir zu helfen. Mach es mir einfach damit umgehen zu können. Gib mir die Kraft das durchzuziehen.“

Das habe ich vor einem Jahr in mein Buch geschrieben. Damals mit dem gewissen, dass das nie jemand erfahren wird. Doch was ist in dem Jahr passiert. Ich teile mein tiefstes Geheimnis auf meinem Blog. Jeder kann es lesen. Ich kann verurteilt werden, kritisiert werden, beleidigt werden oder ausgelacht werden. Doch das ist mir gleichgültig. Meine Gebete wurden erhört und ich kann zu mir stehen. Ich hatte Angst vor der Reaktion meiner Freunde, Allah hat mir die Menschen aus meinem Leben genommen, vor deren Reaktion ich mich gefürchtet habe. Die wahren Freunde sind bis heute bei mir geblieben alhamdulillah( Allah sei Dank). Er hat mir neue Freunde Geschenkt die mich so lieben wie ich bin, & er hat mir gezeigt, dass nicht alle negativ reagieren werden. Allah hat mir geholfen damit umzugehen zu mir zu stehen. Als ich vor ein paar Tagen auf diesen Tagebucheintrag gestoßen bin, kamen mir die Tränen. Ein Jahr ist es her & es war schon längst vergessen um was ich Allah gebeten habe. Ich habe alles als selbstverständlich gesehen. Als ich dann vor ein paar Tagen die Empfehlung bekam mir die Doku ‚The Secret‘ anzusehen, traf mich das so hart weil mir klar wurde, dass alles der Wahrheit entspricht. Ob wir jetzt an Gott glauben oder an das Schicksal oder Karma, was wir uns von tiefstem Herzen wünschen wird eintreten. Wir müssen nur oft genug darum bitten und nicht die Hoffnung verlieren. Ich kann wirklich jedem ans ❥ legen sich diese Doku reinzuziehen, Du wirst alles mit komplett anderen Augen sehen.

Nun zu der Frage die sich viele gestellt haben: Will ich das Kopftuch temporär tragen. – JA, ich möchte es tragen, doch nur Allah weiss wann der Tag kommen wird. Ich wünsche mir, dass es so schnell wie möglich passieren wird, jedoch muss ich einiges noch klären (Familie, Job etc.).

Was ist also das Kopftuch für mich? Viele Jahre war es eine Symbolik der Nachteile für mich, doch je mehr ich mich mit meiner Religion befasst habe und sie auch so gelebt habe, desto mehr hat sich meine Einstellung geändert. Ich bewundere jedes Mädchen und jede Frau, die sich entschlossen haben das Kopftuch zu tragen. Da ich meine Religion schon lange ohne Kopfbedeckung lebe, weiss ich nun, dass es kein Zeichen ist, ob jemand religiös ist. Man kann auch ohne Hijab religiös sein. Für mich ist es ein Zusatz in meinem Glauben. Das Kopftuch ist für mich ein Recht und keine Bürde. Manche sehen das Kopftuch als Unterdrückung der Frau. Doch ich sehe es als Freiheit, nich mehr als Sexualobjekt der Begierde betrachtet zu werden oder nach dem Aussehen oder meiner Körperform beurteilt zu werden, sondern nach meinem Geist und Verstand. Ich möchte befreit werden von der Notwendigkeit, unrealistische Stereotypen und Bildern zu entsprechen, die von Medien vorgegeben werden. Die Aura der Privatsphäre, die durch das Bedecken geschaffen wird, ist für mich ein Zeichen für den großen Wert, dass der Islam mir und anderen Frauen gibt.

Ich wünsche Jedem einzelnen von euch, das Glück zu finden welches er verdient & wünsche mir, dass es mehr Menschen von euch gibt. Ihr seid toll, ob ihr mich nun judged oder nicht, ich wünsche euch noch einen schönen Tag meine lieben.